Was ist eine
Blockchain?

Kurz und knapp

Blockchain ist wie ein gemeinsames digitales Kassenbuch, das nicht einer einzelnen Organisation gehört, sondern von mehreren Beteiligten gemeinsam geführt wird. Neue Einträge werden geprüft, miteinander verkettet und so gespeichert, dass nachträgliche Veränderungen sichtbar und nachvollziehbar werden. Dadurch kann Vertrauen zwischen Organisationen geschaffen werden, ohne dass alle einer zentralen Stelle vertrauen müssen.

EGD und SwissHDS

5 Grundprinzipien

Dezentral: Nicht eine einzige Stelle kontrolliert das Register. Mehrere Beteiligte führen es gemeinsam.

Nachvollziehbar: Berechtigte Teilnehmer können überprüfen, welche Einträge gemacht wurden.

Manipulationsgeschützt: Einträge sind kryptografisch miteinander verbunden. Nachträgliche Änderungen würden auffallen.

Gemeinsame Regeln: Das Netzwerk legt fest, wann ein neuer Eintrag gültig ist.

Kryptografisch gesichert: Digitale Signaturen und kryptografische Verfahren schützen die Einträge.

Die 5 Grundprinzipien im Detail

1. Eine Transaktion entsteht

Jemand möchte etwas dokumentieren oder übertragen.

Zum Beispiel:

Finanzen:

„Person A überweist Person B 100 Franken.“

Gesundheitswesen:

„Patientin Huber erteilt Spital B die Berechtigung, auf bestimmte Gesundheitsdaten zuzugreifen.“

Wichtig: Die eigentlichen Gesundheitsdaten müssten dabei nicht auf der Blockchain liegen. Die Blockchain könnte beispielsweise nur die Berechtigung oder den Nachweis darüber speichern.

 

2. Der Eintrag wird geprüft

Das Netzwerk prüft:

Entspricht diese Transaktion den vereinbarten Regeln?

Zum Beispiel:

Hat die Patientin die Berechtigung tatsächlich erteilt?

Ist die digitale Signatur gültig?

Weil es keine einzelne zentrale Kontrollstelle geben muss, einigen sich die beteiligten Systeme nach einem festgelegten Verfahren darauf, welche Einträge gültig sind.

Das nennt man Konsens.

 

3. Mehrere Einträge werden gesammelt

Bestätigte Transaktionen können gemeinsam in einem Block gespeichert werden.

Ein Block ist vereinfacht gesagt ein Container mit mehreren Einträgen.

Zum Beispiel:

  • Zugriffsberechtigung für Spital A

  • Einwilligung für Forschungsprojekt B

  • Widerruf einer früheren Berechtigung

 

4. Der Block wird versiegelt

Jeder Block erhält einen digitalen Fingerabdruck, den sogenannten Hash.

Dieser Fingerabdruck hängt auch vom vorherigen Block ab.

Dadurch entsteht:

Block 1 → Block 2 → Block 3 → Block 4

Würde jemand beispielsweise einen alten Eintrag verändern, würde sich der Fingerabdruck verändern und die Manipulation wäre erkennbar.

Daher kommt der Name:

Block + Chain = Blockchain

 

5. Das Register wird verteilt

Die Blockchain wird nicht nur auf einem einzigen zentralen Server geführt.

Je nach Blockchain besitzen oder überprüfen mehrere Computer beziehungsweise Organisationen dieselbe Version des Registers.

Dadurch hängt das System nicht vollständig von einer einzelnen Organisation ab.

Blockchain im Gesundheitswesen

Blockchain kann im Gesundheitswesen dort helfen, wo mehrere Organisationen Daten austauschen und einander vertrauen müssen. Sie dient dabei nicht als Speicher für Gesundheitsdaten, sondern als gemeinsame, fälschungssichere Nachweisschicht.

 

Ein einfaches Beispiel:

Eine Patientin wird im Spital untersucht. Danach behandelt ihre Hausärztin sie weiter.

  • Das Spital erstellt einen Laborbefund und speichert ihn im eigenen System.

  • Für den Befund wird ein digitaler Fingerabdruck – ein sogenannter Hash – auf der Blockchain abgesichert.

  • Die Hausärztin weist digital nach, dass sie tatsächlich Ärztin ist und den Befund einsehen darf.

  • Das System prüft, ob eine gültige Einwilligung der Patientin vorliegt.

  • Der Zugriff der Hausärztin wird nachvollziehbar dokumentiert.

  • Wird der Laborbefund später verändert, entsteht ein neuer digitaler Fingerabdruck. Eine unbemerkte nachträgliche Manipulation wäre erkennbar.

 

Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Identitäten und berufliche Rollen überprüfen

  • Einwilligungen nachvollziehbar dokumentieren

  • Zugriffsrechte organisationsübergreifend prüfen

  • Herkunft und Bearbeitung von Daten nachweisen

  • Zugriffe transparent protokollieren

  • nachträgliche Veränderungen erkennen

 

Wichtig: Die Gesundheitsdaten selbst bleiben in den bestehenden Systemen. Auf der Blockchain werden nur Nachweise, Berechtigungen und digitale Fingerabdrücke gespeichert. 

Kurz gesagt: Blockchain kann eine technische Vertrauensschicht schaffen, mit der Spitäler, Arztpraxen, Labore, Apotheken und Patientinnen und Patienten überprüfen können, wer etwas erstellt, eingesehen oder verändert hat. Sie garantiert jedoch nicht, dass medizinische Informationen inhaltlich richtig sind.