Praxisinformations-
systeme (PIS)

Was ist ein PIS?

Ein Praxisinformationssystem (PIS) ist die zentrale digitale Arbeitsumgebung einer Arztpraxis. Es unterstützt unter anderem bei Patientendokumentation, Terminplanung, Abrechnung, Verordnungen sowie beim Austausch medizinischer Informationen. Je nach Anbieter kommen Laboranbindungen, Patientenportale, eRezept, eMedikation oder zunehmend KI-Funktionen hinzu. In der Schweiz gehören beispielsweise amétiq siMed, Axenita, E-PAT, vitomed, WinMed, tomedo, curaMED, Elexis oder Swiss Medical Record zu den bekannten Lösungen.

Ein fragmentierter Schweizer Markt

Der Schweizer Markt ist vergleichsweise vielfältig und fragmentiert. Je nach Abgrenzung gibt es mehr als 20 aktive Anbieter, breitere Marktübersichten kommen auf deutlich mehr Systeme. Eine neutrale, vollständige Marktstatistik mit vergleichbaren Nutzer- oder Praxiszahlen existiert allerdings nicht, da Anbieter ihre Verbreitung unterschiedlich messen. Einzelne Hersteller nennen beispielsweise mehr als 1’300 Praxen bei AESKULAP, über 1’400 Praxen bei Axenita, rund 5’000 Ärztinnen und Ärzte bei vitomed oder mehr als 2’000 bei WinMed. Diese Angaben sind deshalb eher Grössenordnungen als direkt vergleichbare Marktanteile.

Schweiz im Vergleich mit Dänemark

Ein Blick nach Dänemark zeigt, wie unterschiedlich PIS-Märkte organisiert sein können. Dort gab es 2025 nach Angaben von MedCom nur sechs Systeme von fünf Anbietern für die allgemeinmedizinische Praxis: MultiMedWeb, NOVAX, WinPLC, Clinea, XMO und Vena.

Der dänische Markt ist damit deutlich stärker konzentriert als der Schweizer Markt. Während es in der Schweiz je nach Abgrenzung einige Dutzend PIS gibt, setzt Dänemark auf eine kleinere Zahl von Systemen innerhalb einer stärker koordinierten digitalen Infrastruktur. Die Zahlen sind methodisch nicht vollständig vergleichbar, zeigen aber den Unterschied in der Marktstruktur deutlich.

Vernetzung und Schnittstellen

Mit der Digitalisierung wachsen auch die Anforderungen an den Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen. eRezept, eMedikation, Labordaten, elektronische Gesundheitsdossiers und weitere digitale Prozesse funktionieren nur, wenn Informationen strukturiert zwischen den beteiligten Anwendungen ausgetauscht werden können.

Dänemark verfolgt hier einen stark koordinierten Ansatz: Praxissoftwares werden dort auf gemeinsame Kommunikationsstandards geprüft und zertifiziert. In der Schweiz ist der Markt deutlich heterogener. Umso wichtiger werden standardisierte Schnittstellen und die Anbindung an gemeinsame digitale Infrastrukturen.