Klinikinformations-
systeme (KIS)

Was ist ein KIS?

in Klinikinformationssystem, kurz KIS, ist die zentrale digitale Arbeitsumgebung eines Spitals oder einer Klinik. Es bündelt medizinische und administrative Informationen entlang des Patientenpfads – von Eintritt und Diagnostik über Medikation und Pflege bis zum Austritt. Moderne KIS ersetzen dabei zunehmend eine Vielzahl einzelner Fachanwendungen und führen Informationen in einer gemeinsamen Patientenakte zusammen.

Der Schweizer Markt

Der Schweizer Markt umfasst sowohl internationale Anbieter als auch stark etablierte Schweizer Lösungen. Zu den bekannten Systemen gehören Epic, KISIM von CISTEC, inesKIS sowie weitere spezialisierte Lösungen. KISIM ist beispielsweise als Schweizer KIS mit EPD-Anbindung gelistet; inesKIS wird unter anderem von der Rehaklinik Bellikon, der Klinik Arlesheim, dem Spital Männedorf, der Schulthess Klinik und weiteren Institutionen eingesetzt.

EPIC

Epic ist in der Schweiz in den vergangenen Jahren deutlich sichtbarer geworden. Das Luzerner Kantonsspital führte Epic bereits 2019 ein, die Insel Gruppe folgte 2024. Dort ersetzte das neue System mehr als 50 bestehende klinische Anwendungen. Auch das Universitätsspital Zürich hat sich für Epic entschieden; die Einführung ist derzeit frühestens für 2028 vorgesehen. Zusätzlich haben das CHUV und elf weitere Waadtländer Spitäler 2025 den Zuschlag für ihr neues klinisches Informationssystem an Epic vergeben.

Datenschutz und Abhängigkeiten

Mit grossen integrierten KIS rücken neben Funktionalität und Kosten auch Datenschutz, Datenstandort und Abhängigkeit von einzelnen Anbietern stärker in den Fokus. Besonders bei Epic wird dies diskutiert, da es sich um einen US-amerikanischen Anbieter handelt. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Patientendaten in die USA übertragen werden: Bei der Insel Gruppe bleiben die Patientendaten beispielsweise im eigenen Rechenzentrum in Bern, beim USZ sollen sie ebenfalls auf eigenen Servern in der Schweiz gespeichert werden. I

Die Diskussion geht deshalb über den reinen Speicherort hinaus. Sie betrifft auch Fragen wie Zugriffsrechte des Herstellers, Support, internationale Datenübermittlungen, langfristige Abhängigkeit von einem Anbieter und digitale Souveränität. Epic selbst weist darauf hin, dass Mitarbeitende im Rahmen von Installation und Support teilweise Zugriff auf personenbezogene Daten erhalten können, nach eigenen Angaben nur mit Zustimmung des jeweiligen Gesundheitsunternehmens.

Eine andere Strategie verfolgen die Hôpitaux universitaires de Genève (HUG) und das Hôpital du Valais mit ihrem gemeinsam entwickelten DPI+. Sie nennen die Unabhängigkeit von privaten Softwareanbietern und die stärkere Kontrolle über sensible Gesundheitsdaten ausdrücklich als Vorteile ihres Modells.