Blockchain gegen Deepfakes: ETH setzt auf digitale Echtheit

Über LinkedIn bin ich auf einen interessanten Beitrag der ETH Zürich gestossen, der ein zunehmend relevantes Problem adressiert: den Umgang mit Deepfakes.

Künstliche Intelligenz ermöglicht es heute, Bilder, Videos und sogar Stimmen täuschend echt zu manipulieren. Was früher klar als Fälschung erkennbar war, ist heute oft kaum mehr von der Realität zu unterscheiden. Das stellt nicht nur Medien, sondern auch unsere Gesellschaft vor grosse Herausforderungen, insbesondere, wenn es um Vertrauen und Informationsqualität geht.

Die ETH Zürich verfolgt einen spannenden Ansatz, der direkt beim Ursprung der Daten ansetzt. Kameras und Sensoren sollen ihre Aufnahmen bereits im Moment der Entstehung digital signieren, direkt im Chip selbst. Diese Signatur funktioniert wie ein einzigartiger Fingerabdruck und bestätigt, dass die Aufnahme echt ist und nicht verändert wurde. Anschliessend wird dieser Fingerabdruck auf einem Public Ledger (öffentlichen Register, z. B. eine Blockchain) hochgeladen. Dadurch kann jederzeit nachvollzogen werden, ob ein Inhalt original ist oder nachträglich manipuliert wurde.

 

Man kann sich das wie ein digitales Echtheitssiegel vorstellen. Es bestätigt, dass eine Aufnahme tatsächlich von einem bestimmten Gerät stammt, zu einem definierten Zeitpunkt erstellt wurde und seitdem nicht verändert wurde. Jede nachträgliche Manipulation würde diese Signatur ungültig machen und somit sofort erkennbar sein.

Ein zentraler Bestandteil im Hintergrund ist dabei eine Technologie wie Blockchain. Sie ermöglicht es, solche Signaturen in einem öffentlichen, unveränderbaren Register zu speichern. Dadurch kann die Echtheit von Inhalten jederzeit überprüft werden, unabhängig davon, wer sie verbreitet oder verarbeitet hat.

Das eröffnet neue Möglichkeiten: Plattformen könnten Inhalte automatisch verifizieren, Journalistinnen und Journalisten könnten Quellen schneller prüfen, und auch Behörden hätten ein Werkzeug, um digitale Beweise zuverlässiger einzuordnen.


Quellen:

https://www.linkedin.com/pulse/chips-designed-help-identify-deepfakes-eth-zurich-49ece/

https://www.nature.com/articles/s41928-026-01593-5

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