Klarheit im Krypto-Dschungel? Die neue Token-Systematik der SEC einfach erklärt

Die US-Börsenaufsicht SEC (Kommission für Investments und Wertpapiere) bringt endlich etwas Ordnung in die oft verwirrende Welt der Kryptowährungen. Gemeinsam mit der CFTC (Kommission für Rohstoffe und Handelsmärkte) hat sie ein neues Klassifikationssystem vorgestellt, das festlegt, wann ein Token als Wertpapier gilt und wann nicht. Klingt technisch, ist aber entscheidend für die Zukunft von Bitcoin, Ethereum und Co. Die folgenden Überlegungen basieren auf einer adaptierten Analyse von Bankless zur Token-Taxonomie der SEC (siehe Quelle).

Stell dir das Ganze wie eine Art Schubladensystem vor. Jeder Token wird in eine Kategorie gesteckt, je nachdem, was er macht und welchen Zweck er erfüllt.

Digitale Rohstoffe (Digital Commodities)
Das sind Tokens wie Bitcoin oder Ethereum. Ihr Wert entsteht vor allem durch Angebot und Nachfrage sowie ihre Funktion im Netzwerk. Sie gelten nicht als Wertpapiere, weil sie keine Firma repräsentieren und keine Gewinne versprechen.

Digitale Sammlerstücke (Digital Collectibles)
Hier geht es um NFTs, Memecoins oder digitale Kunst. Ihr Wert basiert auf Kultur, Community oder Seltenheit, ähnlich wie bei Pokémon- oder Fussball-Karten. Wichtig: Solange niemand Renditen verspricht, sind sie ebenfalls keine Wertpapiere.

Digitale Werkzeuge (Digital Tools)
Diese Tokens haben eine konkrete Funktion, zum Beispiel als Zugang zu Events oder als digitale Identität. Sie sind oft nicht handelbar und dienen eher als „Schlüssel“ zu einem System.

Stablecoins
Das sind digitale Währungen, die an den Dollar gekoppelt sind. Die SEC sieht sie meist nicht als Wertpapiere, solange sie keine Zinsen oder Gewinne versprechen und durch sichere Reserven gedeckt sind.

Digitale Wertpapiere (Digital Securities)
Hier wird es kompliziert. Ein Token wird zum Wertpapier, wenn er wie ein Investment funktioniert. Also wenn Käufer erwarten, dass jemand anderes für sie Gewinne erwirtschaftet.
Wichtig: Ein Token kann seinen Status ändern! Was heute kein Wertpapier ist, kann morgen eines sein. Je nachdem, wie es genutzt oder vermarktet wird.

Fazit
Diese neue Einteilung bringt mehr Klarheit für Investoren, Projekte und Regulierer. Gleichzeitig bleibt vieles unscharf, vor allem bei der Frage, wann genau ein Token zum Wertpapier wird. Genau dort liegt weiterhin das grösste Risiko im Markt.

Quelle:Decoding the SEC’s Token Taxonomy

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