Digitales Geld bekommt nicht nur eine Form

Ein interessanter Blog Beitrag, der im Rahmen eines CAS Blockchain an der Hochschule Luzern entstanden ist, zeigt sehr anschaulich: Die Zukunft des Geldes wird wahrscheinlich kein Entweder oder sein. Digitale Währungen werden häufig als Wettbewerb dargestellt. Eine Lösung setzt sich durch, alle anderen verschwinden. Doch in der Realität zeichnet sich ein anderes Bild ab. Statt eines klaren Gewinners entsteht ein Nebeneinander verschiedener Geldformen.

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht zuerst die Technik, sondern eine viel einfachere Frage: Wer schuldet mir dieses Geld eigentlich? Genau hier liegt der Schlüssel zum Verständnis.

Bei einer CBDC (Central Bank Digital Currency) handelt es sich um digitales Geld der Zentralbank. Man kann sich das wie digitales Bargeld vorstellen, nur in moderner Form. Wenn es eine Retail CBDC gäbe, hätten Bürgerinnen und Bürger einen direkten Anspruch gegenüber der Zentralbank. Das schafft viel Vertrauen, weil die Zentralbank als besonders sicher gilt.

Deposit Tokens funktionieren anders. Sie sind im Grunde digital verpackte Bankeinlagen. Das Geld liegt weiterhin bei einer Geschäftsbank, nur wird es technisch in Form eines Tokens dargestellt. Für Nutzerinnen und Nutzer ändert sich also nicht, wer dahintersteht. Neu ist vor allem, dass dieses Geld in digitalen Netzwerken einfacher bewegt und automatisiert werden kann.

Dann gibt es noch Stablecoins. Diese werden von privaten Unternehmen herausgegeben und sind oft an klassische Währungen wie den Dollar gekoppelt. Wer einen Stablecoin hält, hat jedoch keinen Anspruch gegenüber einer Zentralbank oder direkt gegenüber einer normalen Bank, sondern gegenüber dem privaten Herausgeber. Vertrauen entsteht hier also vor allem durch gute Reserven, klare Regeln und funktionierende Prozesse.

Stablecoins
 

Spannend ist, dass sich die grossen Wirtschaftsräume politisch sehr unterschiedlich positionieren. Die USA setzen eher auf private Innovation und geben Stablecoins mehr Raum. Europa verfolgt einen regulierten Mittelweg und denkt parallel über den digitalen Euro nach. China wiederum setzt stark auf staatliche Kontrolle mit dem digitalen Yuan.

Das zeigt: Die Zukunft des Geldes wird sehr wahrscheinlich kein Einheitsmodell sein. Stattdessen entsteht ein Ökosystem, in dem mehrere Formen von digitalem Geld nebeneinander existieren. Welche Lösung sich wo durchsetzt, hängt weniger von Blockchain oder Software ab, sondern von politischen Vorstellungen, Regulierung und gesellschaftlichem Vertrauen.

Für Einsteiger ist darum vor allem eines wichtig: Digitales Geld ist nicht einfach digitales Geld. Hinter jeder Form steckt ein anderer Absender, ein anderes Versprechen und ein anderes Verständnis davon, wie Geld in Zukunft funktionieren soll. Der wichtigste Unterschied lässt sich so merken:

  • CBDC = Vertrauen in die Zentralbank

  • Deposit Tokens = Vertrauen in deine Bank

  • Stablecoins = Vertrauen in ein privates Unternehmen

Quelle: HSLU Blog, Future Digital Money: Koexistenz statt Einheitslösung, 8. Februar 2026, https://blog.hslu.ch/informatik-wb/2026/02/08/future-digital-money-koexistenz-statt-einheitsloesung/

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