Die stille NFT Revolution im Alltag
„Everything will be an NFT.“
Dieser Satz stammt von Paul Brody, dem Vorsitzenden der Enterprise Ethereum Alliance. Klingt provokativ. Doch wenn man genauer hinschaut, ist er weniger Hype als logische Konsequenz einer technologischen Entwicklung.
Technisch gesehen ist ein NFT nichts anderes als ein eindeutig zuordenbarer digitaler Besitznachweis auf einer Blockchain. Man kann es sich wie einen digitalen Eigentumsschein vorstellen, der fälschungssicher gespeichert ist.
Und genau hier beginnt die eigentliche Revolution. NFTs sind flexibel einsetzbar. Immer dann, wenn es darum geht, etwas Digitales eindeutig einer Person zuzuordnen, können sie genutzt werden. Nicht nur für Kunst, sondern auch für Finanzverträge, Mitgliedschaften, Domains oder sogar Zahlungsströme.
Ein paar Beispiele zeigen, wie weit diese Entwicklung bereits ist:
Uniswap nutzt NFTs, um Liquiditätspositionen im dezentralen Handel abzubilden.
ENS bildet Internet Domains als NFTs ab, sodass man sie besitzen und übertragen kann.
Sablier nutzt NFTs für laufende Gehaltszahlungen in Echtzeit.
Liquity macht Kreditpositionen handelbar, indem sie als NFTs dargestellt werden.
Polymarket verwendet NFTs für Prognosemärkte.
Courtyard tokenisiert physische Sammlerstücke wie Pokémon Karten.
Das Spannende daran: Diese Projekte bezeichnen sich nicht als „NFT Projekte“. Für sie ist der NFT einfach das beste technische Werkzeug. Unsichtbar im Hintergrund. Die eigentliche Story ist nicht, dass NFTs gewinnen. Sondern dass sie eine neue Infrastruktur für Besitz im Internet darstellen. So wie PDFs irgendwann selbstverständlich wurden, könnten NFTs künftig einfach die Standardform sein, um digitale Rechte abzubilden.
Für Laien bedeutet das: In Zukunft könnte dein Kredit, deine Versicherung, deine Mitgliedschaft, dein Fussball-Ticket oder sogar deine digitale Identität als NFT existieren. Nicht weil es cool klingt, sondern weil es effizient, programmierbar und sicher ist.
Die Technologie verschwindet in den Hintergrund. Der Nutzen bleibt. Und das ist vielleicht besser so.
Quelle: Bankless, William Peaster, „The NFT Invasion Nobody Noticed“