Digisanté
Guide
Digisanté auf einen Blick
Was ist Digisanté?
DigiSanté ist das nationale Förderprogramm des Bundes, das die Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens mit rund 50 koordinierten Projekten vorantreibt, um den sicheren und effizienten Austausch von Gesundheitsdaten zu verbessern.
Einordnung Digisanté Strategie Digitale Schweiz
DigiSanté ist Teil der digitalen Transformation der Schweiz. Diese orientiert sich an der Strategie Digitale Schweiz, welche den gemeinsamen Rahmen für Bund, Kantone, Wirtschaft und weitere Akteure bildet. Die Strategie umfasst fünf Wirkungsbereiche: Bildung & Kompetenzen, Sicherheit & Vertrauen, Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Digitale Behördenleistungen. DigiSanté ist dem Wirkungsbereich «Infrastruktur» zugeordnet.
Warum braucht es DigiSanté?
Das Schweizer Gesundheitswesen ist stark digitalisiert – jedoch oft nur innerhalb einzelner Organisationen. Arztpraxen, Spitäler, Apotheken, Labore oder Versicherungen nutzen unterschiedliche IT-Systeme, die häufig nicht miteinander kommunizieren können. Dadurch entstehen Medienbrüche, Doppelspurigkeiten und ein hoher administrativer Aufwand.
DigiSanté soll diese Probleme schrittweise lösen. Statt viele einzelne Insellösungen zu schaffen, baut das Programm gemeinsame Grundlagen auf, damit Informationen künftig sicher und standardisiert zwischen berechtigten Akteuren ausgetauscht werden können.
Zuständigkeit und Meilensteine
Departement
Eidgenössisches Departement des Innern
Federführung
Bundesamt für Gesundheit
Bundesamt für Statistik
Meilensteine
2023: Verabschiedung der Botschaft im 2023 durch den Bundesrat
2024: Parlamentarische Beratung
2025: Start Programm
2025-2027: Phase 1: Standards und Systemaufbau
2028-2030: Phase 2: Dienste und Schnittstellen
2031-2034: Phase 3: Optimierung und Verstetigung
Digisanté im Detail
DigiSanté umfasst zahlreiche Strategien, Gremien und rund 50 Einzelprojekte. Dadurch fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten und die Zusammenhänge zu verstehen. Diese Übersicht fasst die wichtigsten Informationen verständlich zusammen und strukturiert das Programm in vier Kapitel.
1. Überblick & Organisation
Ziele, Vision, Rahmenbedingungen und Programmorganisation.
2. Projekte
50 Projekte, gegliedert nach den vier Umsetzungspaketen.
3. Gesundheitsdatenraum
Swiss Health Data Space (SwissHDS)
4. Weitere Grundlagen
Datenstandardisierung, rechtlicher Rahmen sowie Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten für Versorgung und Forschung.
1. Überblick und Organisation
Damit die zahlreichen Projekte koordiniert umgesetzt werden können, verfügt das Programm über eine klare Organisationsstruktur mit drei Ebenen:
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Auf der strategischen Ebene wird festgelegt, welche Ziele DigiSanté verfolgt und welche Prioritäten gesetzt werden.
Auftraggebende
Die offiziellen Auftraggebenden sind das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Statistik (BFS). Sie tragen die Gesamtverantwortung für das Programm und treffen die grundlegenden Entscheidungen.Programmausschuss
Der Programmausschuss begleitet die strategische Ausrichtung des Programms. Er überprüft die Zielerreichung, priorisiert Vorhaben und unterstützt die Programmleitung bei wichtigen Entscheidungen.Branchengremium
Im Branchengremium sind Akteure des Gesundheitswesens vertreten. Es bringt die Perspektiven der Branche ein und sorgt dafür, dass die Bedürfnisse von Leistungserbringern, Organisationen und weiteren Stakeholdern berücksichtigt werden. -
Die Steuerungsebene verbindet die strategischen Vorgaben mit der praktischen Umsetzung.
Programmleitung
Die Programmleitung koordiniert DigiSanté als Gesamtprogramm. Sie stellt sicher, dass die verschiedenen Projekte aufeinander abgestimmt sind, Zeitpläne eingehalten werden und die strategischen Ziele erreicht werden.Fachgruppe Datenmanagement im Gesundheitswesen
Diese Fachgruppe bringt fachliche Expertise zu Themen wie Datenmanagement, Interoperabilität und Standards ein. Sie unterstützt die Programmleitung und fördert ein gemeinsames Verständnis der zukünftigen Datenarchitektur im Schweizer Gesundheitswesen. -
Die eigentliche Umsetzung erfolgt in den einzelnen DigiSanté-Projekten.
Projekte in allen Programmpaketen
Hier werden die konkreten Vorhaben geplant, entwickelt und umgesetzt – beispielsweise im Bereich Dateninfrastruktur, digitale Behördenleistungen oder Gesundheitsdaten.Projektbezogene Fachgremien
Je nach Projekt werden die relevanten Stakeholder aus dem Gesundheitswesen eingebunden. Sie liefern fachliche Rückmeldungen, begleiten die Umsetzung und stellen sicher, dass die entwickelten Lösungen praxistauglich sind.
2. Projekte
DigiSanté umfasst rund 50 Projekte, die schrittweise bis etwa 2034 umgesetzt werden. Da viele Projekte aufeinander aufbauen, erfolgt die Umsetzung in drei Phasen:
Phase 1 (bis ca. 2027): Grundlagen schaffen, Standards entwickeln und Systeme aufbauen.
Phase 2 (ca. 2028–2030): Digitale Dienste, Plattformen und Schnittstellen entwickeln.
Phase 3 (ab ca. 2031): Lösungen weiterentwickeln, vernetzen und optimieren.
In der Grafik markieren die rosa Balken den Projektstart (Initialisierung), die violetten Balken die eigentliche Umsetzung.
Alle Projekte sind in vier Programmpakete gegliedert:
Paket 1 – Grundlagen und Standards
Schafft die Voraussetzungen für die digitale Transformation, z. B. durch gemeinsame Standards und einheitliche Datenmodelle.
Paket 3 – Digitale Anwendungen
Entwickelt digitale Lösungen und Plattformen für das Gesundheitswesen, z. B. das ePortal Gesundheit oder Autorisierungssysteme.
Paket 2 – Nationale Infrastruktur
Baut die technische Grundlage auf, z. B. Register, Basisdienste und den Swiss Health Data Space.
Paket 4 – Datennutzung und Forschung
Ermöglicht die sichere Nutzung von Gesundheitsdaten für Planung, Forschung und Innovation sowie gemeinsame Basisdienste.
3. SwissHDS
Der Swiss Health Data Space (SwissHDS) bildet die nationale Infrastruktur für den sicheren Austausch und die Nutzung von Gesundheitsdaten in der Schweiz. Ziel ist es, Gesundheitsdaten standardisiert, interoperabel und datenschutzkonform verfügbar zu machen – für die Versorgung, Forschung und Verwaltung.
Ziele
SwissHDS soll den sicheren Datenaustausch erleichtern, die Interoperabilität zwischen Systemen verbessern und die Grundlage für eine moderne, digitale Gesundheitsversorgung schaffen.Bestandteile
Der SwissHDS umfasst gemeinsame Basisdienste, nationale Standards, sichere Schnittstellen sowie Regeln für Identifikation, Zugriffsrechte und Datenschutz.Nutzen
Durch den SwissHDS können Gesundheitsdaten einfacher, sicherer und effizienter genutzt werden. Das reduziert den administrativen Aufwand, verbessert die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren und schafft die Grundlage für Innovation und Forschung.
4. weiteres
Datenstandardisierung
Damit Gesundheitsdaten sicher und automatisch zwischen verschiedenen Systemen ausgetauscht werden können, müssen alle dieselben Standards verwenden. Einheitliche Datenformate und Begriffe schaffen die Grundlage für eine vernetzte, effiziente und interoperable Gesundheitsversorgung.Rechtlicher Rahmen
DigiSanté wird innerhalb der gesetzlichen Zuständigkeiten des Bundes umgesetzt. Da das Gesundheitswesen in vielen Bereichen Sache der Kantone ist, setzt das Programm auf Zusammenarbeit, gemeinsame Standards und klare rechtliche Vorgaben.Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten
Gesundheitsdaten können – anonymisiert und unter Einhaltung des Datenschutzes – auch für Forschung, Planung und die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens genutzt werden. DigiSanté schafft die technischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen, damit diese Daten sicher und verantwortungsvoll genutzt werden können.
Key Takeaways
Einordnung: Nationales Digitalisierungsprogramm des Bundes für das Gesundheitswesen.
Ziel: Gesundheitsdaten sicher und standardisiert austauschen.
Umsetzung: Rund 50 Projekte in 4 Programmpaketen, umgesetzt in 3 Phasen.
Fokus: Standards, Infrastruktur, digitale Anwendungen und Datennutzung.
Fazit: DigiSanté schafft die Grundlage für ein vernetztes und digitales Gesundheitswesen.