Skins, NFTs und Steuern: Wenn digitales Eigentum plötzlich real wird

Online Games sind längst mehr als Zeitvertreib. Skins, Items, digitale Sammelobjekte – und dazu gehören auch NFTs – können heute mehrere tausend Franken wert sein. Der Beitrag von SRF 10 vor 10 von letzter Woche zeigte deutlich: Spätestens wenn solche virtuellen Güter einen relevanten Marktwert haben, endet der Spielplatz und beginnt die Realität von Steuern und Recht.

Virtuelle Werte sind steuerlich echte Werte

Thomas Linder, Steuerexperte, erklärt im Beitrag klar: Wer digitale Vermögenswerte besitzt, die einen verhältnismässig hohen Wert haben, muss diese in der Steuererklärung angeben. Das gilt auch für Skins oder vergleichbare digitale Güter. Werden sie nicht deklariert, kann das bereits als Steuerhinterziehung gelten. Zusätzlich können Gewinne aus dem Verkauf solcher Güter einkommenssteuerlich relevant werden. Virtuell bedeutet also nicht steuerfrei.

Hobby, Farming oder Geschäft

Entscheidend ist die Absicht. Wer spielt, um Spass zu haben, vielleicht einmal Glück hat und einen Skin verkauft, bewegt sich meist im privaten Bereich. Dieser ist in der Regel steuerfrei.

Wer jedoch systematisch spielt, gezielt farmt oder Rewards sammelt, um diese weiterzuverkaufen, handelt planmässig. In diesem Fall spricht man von einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Damit werden Einkommen und unter Umständen auch Sozialabgaben fällig. Aus Spiel wird Geschäft.

Und wo kommen NFTs ins Spiel

NFTs, also Non Fungible Tokens, sind ebenfalls digitale Güter mit teils hohem Wert. Der grosse Unterschied zu klassischen Skins liegt im Eigentum. Während Skins in Games meist nur Nutzungsrechte sind, sind NFTs technisch so aufgebaut, dass sie eindeutig einer Person zugeordnet werden können. Man besitzt also nicht nur das Nutzungsrecht, sondern ein digitales Zertifikat auf der Blockchain.

Steuerlich macht das die Sache nicht einfacher, sondern klarer. Auch NFTs gelten als Vermögenswerte. Wer NFTs hält, handelt oder systematisch damit Gewinne erzielt, bewegt sich ebenfalls im steuerlich relevanten Bereich. Der Unterschied: Bei NFTs ist der Besitz oft transparenter und leichter nachweisbar.

Rechtliche Grauzonen bei Skins

Peter Züger von der SIEA weist darauf hin, dass viele Drittplattformen für den Handel mit Skins rechtlich problematisch sind. Gamer erwerben meist kein Eigentum am Skin, sondern lediglich ein Nutzungsrecht an der Software. Der Handel verstösst damit oft gegen die Lizenzbedingungen der Spielehersteller und ist aus rechtlicher Sicht nicht erlaubt.

NFTs umgehen dieses Problem teilweise, da sie von Beginn an als handelbare digitale Güter konzipiert sind. Das erklärt auch, warum Gaming- und Sportprojekte heute auch auf NFTs setzen.

Fazit

Ob Skin oder NFT: Digitale Güter sind keine Spielerei mehr. Sie können Vermögen darstellen, Einkommen generieren und rechtliche Pflichten auslösen. Je professioneller das Vorgehen, desto realer die Konsequenzen. Die digitale Welt folgt eigenen Regeln, aber sie entkommt nicht dem Steuerrecht.

Quelle:
SRF 10 vor 10, Skins in Online Games – Steuerpflicht auf virtuelle Güter
https://www.srf.ch/play/tv/10-vor-10/video/skins-in-online-games-steuerpflicht-auf-virtuelle-gueter?urn=urn:srf:video:f183f742-41bd-4e37-859f-9632438e24a9

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