CARF kommt in die Schweiz: Was bedeutet das für Krypto-Halter?
Ab dem 1. Januar 2027 führt die Schweiz das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) ein. Dabei handelt es sich um einen internationalen Standard der OECD, der mehr Transparenz bei Kryptowährungen schaffen soll. Ziel ist es, Steuerbehörden einen besseren Überblick über Krypto-Vermögen und Transaktionen zu ermöglichen, ähnlich wie dies heute bereits bei Bankkonten der Fall ist.
Betroffen sind insbesondere Kryptobörsen, Broker, Krypto-ATMs und andere Anbieter, die den Kauf, Verkauf oder Tausch von Kryptowährungen für ihre Kunden ermöglichen. Diese Anbieter müssen künftig bestimmte Kunden- und Transaktionsdaten an die Steuerbehörden melden. Erfasst werden unter anderem Bitcoin, Ethereum, Stablecoins sowie handelbare NFTs mit Anlage- oder Zahlungsfunktion.
Was bedeutet das für Krypto-Halter?
Für Personen, die Kryptowährungen besitzen oder handeln, ändert sich zunächst nichts an der grundsätzlichen Nutzung von Bitcoin, Ethereum oder anderen digitalen Vermögenswerten. Allerdings werden Krypto-Transaktionen deutlich transparenter.
Wer Kryptowährungen über regulierte Börsen oder andere meldepflichtige Anbieter handelt, muss davon ausgehen, dass Informationen zu seinen Transaktionen künftig automatisch an die Steuerbehörden gemeldet und international ausgetauscht werden. Der erste Datenaustausch ist für 2028 geplant und umfasst Transaktionen ab dem Jahr 2027.
Für Krypto-Halter bedeutet dies insbesondere:
Mehr Transparenz gegenüber Steuerbehörden
Einfachere Nachvollziehbarkeit von Käufen, Verkäufen und Transfers
Höhere Bedeutung einer sauberen Dokumentation der eigenen Krypto-Aktivitäten
Weniger Möglichkeiten, Vermögenswerte über internationale Plattformen steuerlich zu verschleiern
Wer seine Kryptowährungen bereits heute korrekt deklariert, muss grundsätzlich keine zusätzlichen Konsequenzen befürchten.
Was bedeutet das für Händler und Unternehmen?
Wenn du als Händler Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptierst, bist du nicht automatisch von den neuen Meldepflichten betroffen. Dennoch wird die Herkunft und Nutzung von Krypto-Vermögenswerten künftig transparenter und besser nachvollziehbar.
Unternehmen sollten deshalb ihre Buchhaltung und Dokumentation von Krypto-Zahlungen sauber führen und regulatorische Entwicklungen im Auge behalten.
Für die Krypto-Branche bedeutet CARF zwar zusätzlichen administrativen Aufwand, gleichzeitig schafft ein klarer Rechtsrahmen aber auch mehr Vertrauen und Rechtssicherheit. Dies könnte die Akzeptanz von Kryptowährungen im Geschäftsalltag weiter fördern und die Position der Schweiz als führenden Blockchain-Standort stärken.