Swiss Health
Data Space (SwissHDS)

Swiss Health Data Space (SwissHDS)

Was ist der SwissHDS?

Der Swiss Health Data Space (SwissHDS) ist die geplante nationale Dateninfrastruktur für den sicheren und standardisierten Austausch von Gesundheitsdaten in der Schweiz. Er schafft die technischen und organisatorischen Grundlagen, damit Informationen zwischen Arztpraxen, Spitälern, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Versicherern und weiteren Akteuren interoperabel ausgetauscht werden können. Ziel ist eine bessere Versorgung, weniger administrative Hürden und eine zukunftsfähige digitale Gesundheitsversorgung.

SwissHDS als Teil der nationalen Digitalisierungsstrategie

Der SwissHDS ist dabei kein isoliertes Projekt, sondern Teil der nationalen Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen. Die verschiedenen Initiativen – insbesondere SwissHDS, das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD), eMedikation und eRezept – müssen funktional aufeinander abgestimmt sein. Doppelspurigkeiten sowie unklare Rollen und Verantwortlichkeiten sind konsequent zu vermeiden. Entscheidend für den Erfolg sind gemeinsame Standards, klare Governance-Strukturen und ein konkreter Nutzen für alle Beteiligten.

Die acht zentralen Erfolgsfaktoren

1. Der Nutzen muss im Mittelpunkt stehen

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Neue Lösungen müssen die Versorgung verbessern, administrative Prozesse vereinfachen und einen messbaren Mehrwert für Patientinnen und Patienten, Gesundheitsfachpersonen und Organisationen schaffen.

2. Interoperabilität statt Insellösungen

Ein funktionierender Gesundheitsdatenraum basiert auf schweizweit verbindlichen technischen und semantischen Standards. Nur interoperable Systeme ermöglichen einen sicheren und effizienten Datenaustausch.

3. Klare Governance und nationale Basisdienste

Der SwissHDS benötigt eindeutig geregelte Verantwortlichkeiten sowie gemeinsame Basisdienste wie Identitäts-, Verzeichnis- und Autorisierungslösungen. Neue Verpflichtungen dürfen erst eingeführt werden, wenn diese Grundlagen bereitstehen.

4. Datenschutz und Vertrauen als Voraussetzung

Datenschutz, Informationssicherheit und Transparenz sind zentrale Voraussetzungen für die Akzeptanz des SwissHDS. Die Kontrolle über Gesundheitsdaten muss jederzeit nachvollziehbar und vertrauenswürdig sein.

5. Digitalisierung muss entlasten

Digitale Prozesse sollen Medienbrüche reduzieren, Doppelspurigkeiten vermeiden und die tägliche Arbeit von Gesundheitsfachpersonen und Organisationen vereinfachen – nicht zusätzliche Bürokratie schaffen.

6. Nachhaltige Finanzierung

Nationale Infrastruktur, Standards und staatliche Zusatzanforderungen müssen langfristig finanziert werden. Die Kosten dürfen nicht einseitig auf einzelne Leistungserbringer oder Organisationen überwälzt werden.

7. Praxisnahe Entwicklung

Leistungserbringer, Berufs- und Fachverbände sowie weitere Organisationen müssen frühzeitig und verbindlich in die Entwicklung von Standards, Prozessen und digitalen Anwendungen einbezogen werden.

8. Schrittweise und koordinierte Umsetzung

Der SwissHDS sollte im Einklang mit weiteren Digitalisierungsinitiativen wie DigiSanté, dem elektronischen Gesundheitsdossier und digitalen Medikations- oder Rezeptlösungen entwickelt werden. Eine koordinierte Umsetzung verhindert Doppelspurigkeiten und erhöht den Nutzen.

Zentrale Forderungen an den SwissHDS

Der Swiss Health Data Space soll:

  • eine sichere und interoperable nationale Dateninfrastruktur schaffen;

  • auf offenen und schweizweit harmonisierten Standards basieren;

  • klare Governance- und Verantwortlichkeitsstrukturen etablieren;

  • Datenschutz, Informationssicherheit und digitale Souveränität gewährleisten;

  • den administrativen Aufwand im Gesundheitswesen reduzieren;

  • einen nachweisbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie Leistungserbringer schaffen;

  • Leistungserbringer, Organisationen sowie Berufs- und Fachverbände aktiv in die Ausgestaltung einbeziehen;

  • nachhaltig und fair finanziert werden.