Technologie &
Innovation

KI, digitale Gesundheitsanwendungen und Blockchain

Technologien und Innovation

Neue Technologien versprechen viel. Was davon im Gesundheitswesen ankommt, ist die spannendere Frage.

Digitale Gesundheitsanwendungen können Behandlungen begleiten, KI kann Fachpersonen bei ihren Aufgaben unterstützen und Blockchain kann helfen, die Herkunft von Daten nachzuweisen. Die Möglichkeiten sind gross – die Liste der Versprechen manchmal noch grösser.

Welche Anwendungen funktionieren bereits? Wo fehlen Belege, klare Regeln oder die passende Infrastruktur? Und was bringt Patientinnen, Fachpersonen und Organisationen im Alltag tatsächlich etwas?

1. KI
KI kann Fachpersonen bei der Dokumentation, Recherche und Auswertung von Informationen unterstützen. Entscheidend ist, wo sie zuverlässig hilft – und wo Menschen ihre Ergebnisse prüfen und Verantwortung übernehmen müssen.

2. dGA
Digitale Gesundheitsanwendungen können Menschen beispielsweise dabei unterstützen, eine Therapie im Alltag umzusetzen oder Symptome zu beobachten. Damit sie in der Versorgung ankommen, braucht es einen nachgewiesenen Nutzen, eine einfache Anwendung und einen praktikablen Weg zur Vergütung.

3. Blockchain
Blockchain kann festhalten, woher digitale Informationen stammen, wer sie freigegeben hat und ob sie verändert wurden. Interessant wird das vor allem dort, wo mehrere unabhängige Organisationen zusammenarbeiten und Vertrauen nicht von einer einzigen Stelle abhängen soll.

Was gerade viel diskutiert wird:

1. KI

DigiSanté ist das Programm des Bundes, das bis 2034 die digitale Grundlage für ein besser vernetztes Gesundheitswesen schaffen soll – mit gemeinsamen Datenstandards, Basisdiensten und dem Gesundheitsdatenraum Schweiz. Für Leistungserbringer wird entscheidend sein, ob diese Bausteine in Praxis- und Spitalsysteme integriert werden können und den Datenaustausch im Alltag tatsächlich vereinfachen.

2.dGA

Das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) soll das heutige Patientendossier ablösen und behandlungsrelevante Informationen für berechtigte Fachpersonen leichter zugänglich machen; geplant sind eine automatische Eröffnung mit Widerspruchsmöglichkeit und eine Anschlusspflicht für weitere Leistungserbringer. Für Praxen, Spitäler und andere Einrichtungen wird entscheidend sein, wie gut sich das E-GD in ihre bestehenden Systeme und Arbeitsabläufe integrieren lässt.

3. Blockchain

Der Gesundheitsdatenraum Schweiz (SwissHDS) soll den sicheren Austausch von Gesundheitsdaten zwischen verschiedenen Organisationen ermöglichen – mit gemeinsamen Standards, Basisdiensten und einer dezentralen Datenhaltung. Für Leistungserbringer wird entscheidend sein, ob ihre Systeme dadurch Informationen zuverlässig austauschen können, ohne dass Fachpersonen dieselben Daten mehrfach erfassen müssen.

Key Takeaways

Was heisst das für Leistungserbringer und Organisationen?

  • DigiSanté: Jetzt wird festgelegt, nach welchen Regeln die digitale Gesundheitsversorgung künftig funktionieren soll. Wer Bedürfnisse aus der Praxis einbringen will, sollte die Entwicklung früh verfolgen.

  • E-GD: Das Dossier wird für mehr Leistungserbringer relevant. Entscheidend ist, ob es sich ohne zusätzliche Doppelerfassung in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lässt.

  • SwissHDS: Gemeinsame Standards und Basisdienste sollen den Datenaustausch ermöglichen. Für Organisationen stellt sich die Frage, wann und wie ihre Systeme angeschlossen werden können.